Dorfspatzen flogen weit weg
Fünftägige Konzertreise nach Rijeka / Kroatien
‚Heute gehen wir auf große Fahrt und wir singen in der weiten Welt!’ So schallte es schon durch die Hallen des Kölner Flughafens, als die Niederelberter Dorfspatzen in einer 30-köpfigen Tourneebesetzung zu ihrer 4. Auslandsreise aufbrachen. Herrliches Wetter erwartete den Chor nach einer turbulenten Landung in Rijeka, der drittgrößten kroatischen Stadt an der Adriaküste. Es blieb wenig Zeit zum Eingewöhnen in das kürzlich eröffnete Jugend-Hotel, schon machte man sich auf den Weg zur Wallfahrtskirche im Stadtteil Trsat, wo man den Sonntagabendgottesdienst mitgestaltete und ein viel beklatschtes Konzert in der überfüllten Basilika folgen ließ.
Für den 8. Oktober, den Nationalfeiertag des Kroatischen Volkes, hatte man sich in Opatja, dem ‚Nizza der Kvarner Bucht’ zu einem Konzert verabredet; in der Villa Angiolona sangen die Dorfspatzen ein über einstündiges Konzert, zu dem die mitgereiste Pianistin Tamara Theis, Schülerin des PAG-Musikgymnasiums, mit großem künstlerischen Ausdruck ein Schubert-Impromptu (As-Dur) beitrug. Schülerinnen und Schüler verschiedener Schulen aus Rijeka hatten sich am nächsten Vormittag mit ihren Lehrern zu einem Schulkonzert eingefunden und ließen die Niederelberter Dorfspatzen erst nach mehreren Zugaben von der Bühne. Nachmittags nahm man zum zweiten Mal die Gelegenheit wahr, bei Super-Wetter die Freizeit am Strand zu verbringen. Auch an diesem Abend stand ein Konzert auf dem Programm, das man gemeinsam mit dem ‚Josip-Kaplan-Jugendchor’ und dem Frauenvokalensemble ‚Lira’ aus Rijeka im barocken Konzertsaal ‚Filodramatika’ gestaltete. Walter Frink lud den Jugendchor zu einem Besuch anlässlich des Chorfestivals ‚20 Jahre Niederelberter Dorfspatzen’ vom 30. Mai bis 1. Juni 2008 nach Niederelbert ein. Die tolle Stimmung und das freundschaftliche Miteinander wurden gekrönt durch das von allen Chören gemeinsam mehrsprachig vorgetragene internationale Chorlied ‚Siyahamba’. Von den überaus hilfsbereiten kroatischen Gastgebern bleiben Sylvana Sepic, Doris Kovacic und Pater Lucius Jagec (ofm) in besonders guter Erinnerung, ihre tatkräftige Vorbereitung war Garant für ausnahmslos erfolgreiche Auftritte des Niederelberter Kinder- und Jugendchores. Mit seiner Ehefrau Hildegard, mit Claudia Müller und mit Anette und Michael Weyand hatte Chorleiter Walter Frink ein Team zur Seite, das kompetent und freundlich für einen reibungslosen Verlauf dieser wunderschönen und erlebnisreichen Chorreise sorgte.
Ein Fest für Günter Pörtner
Ein doppeltes Jubiläum hat der MGV "Frohsinn" Obertiefenbach am Wochenende gefeiert. Während der Chor selbst sein 80-jährigen Bestehen feierte, blickte der Leiter des Chores, Günter Pörtner, auf seine 40-jährige Chorleitertätigkeit zurück. Unter der musikalischen Gesamtleitung von Günter Pörtner gestalteten am Samstagabend alle von ihm geleiteten Chöre ein Jubiläumskonzert zu Ehren des Chordirektors. Und auch die befreundeten Solisten Edeltrud Kahn (Sopran), Uwe Deller (Tenor) und Hans Albert Demer (Bass) überbrachten musikalische Glückwünsche.
Charmant führte Dr. Thomas Schüller durch das Programm. "Günter Pörtner stellte schon immer die Musik in den Vordergrund. Er trägt mit solchen Veranstaltungen auch zur Harmonie unter den Chören bei.", sagte Dr. Schüller. Das musikalische Programm eröffnete der Katholische Kirchenchor "Cäcilia" Hundsangen gemeinsam mit dem Gemischten Chor "Edelweiß" Hillscheid. Mit "Wohlauf Ihr Gäste" grüßten sie das Publikum beschwingt. Aus der geistlichen Chormusik stammt das "Jubilate Deo" des ungarischen Komponisten Lazlo Halmos. Das Stück "Dank sei dir, Herr" von Georg Friedrich Händel wurde für das Jubiläumskonzert von Günter Weimer textlich neu gestaltet. Der ergreifende Liedtext lautete: "Dank sei dir Herr, du hast mich zur Musik geführt.", Zeilen, die sicherlich vortrefflich Günter Pörtners Leben für die Musik beschreiben.
Die Laudatio hielt Frank Sittel, Kirchenmusiker an St. Marien Limburg. Er bezeichneten Günter Pörtner als "Primus inter pares" (Erster unter Gleichen), der besonders viele Verdienste im Deutschen Chorverband und in den Chorverbänden Hessen und Rheinland-Pfalz erlangt habe. "Träumer und Fantasten, wie Musiker manchmal bezeichnet werden, tragen zur Erleuchtung von Geist und Gemüt bei", so Sittel. Er bezeichnete die Musik als "Wunderdroge". Sittel hob besonders die fachliche und künstlerische Kompetenz von Günter Pörtner hervor. Diese habe er auch immer wieder bei der Gestaltung von internationalen Konzerten und Radioauftritten unter Beweis gestellt.
Für seine Verdienste wurde Günter Pörtner am Samstag mit der Silbernen Ehrennadel des Deutschen Chorverbandes ausgezeichnet. In die lange Schlange der Gratulanten reihte sich auch Landrat Dr. Manfred Fluck ein, der Pörtner wünschte, dass er den Taktstock noch lange schwingen möge. Der Vorsitzende des Sängerkreises Limburg, Johann Balmert, überbrachte die besten Glückwünsche.
Speziell für das Jubiläumskonzert hatte sich der Projetchor "CumCanto" aus den Pörtner-Chören zusammen gefunden. Der Chor präsentierte geistli Stücke wie das von den Solisten Edeltrud Kahn und Uwe Deller traumhaft begleitete "Ave Maria" von Franz Abt. Auch die Soloauftritte von Kahn und Deller, die Operngesang vom Feinsten präsentierten, zogen das Publikum in den Bann. Imposanten Chorgesang erlebten die Zuhörer bei einer "Schubertiade", dargeboten von den Männchören "Liederkranz" Obererbach, "Edelweiß" Hillscheid und "Frohsinn" Obertiefenbach unter Begleitung eines Bläserensembles. Im Wechselspiel von Chor und Bläsern wurden verschiedene Schubert-Kompositionen präsentiert - ein musikalischer Genuss!
Land und Leute - Pörtner engagiert sich seit 40 Jahren
